18. Februar 2014, 16:25

Was bringt die nächste "pdl.business ambulant"?

In der Ausgabe 5/​2014 erfahren Sie z.​B.

- was ab 2015 von der Bundesregierung konkret für die Pflege geplant ist,
- wie Sie Verkaufstalente Ihrer Mitarbeiter endecken und fördern,
- warum eine wertschätzende Kommunikation Ihren Pflegedienst vor hohen finanziellen Verlusten schützt und
- wie Sie das Ergebnis Ihrer Qualitätsprüfung mit eine Pressemitteilung in die Öffentlichkeit bringen (Natürlich bekommen Sie dafür eine Muster-Pressemitteilung)

und vieles mehr. Falls Sie noch kein Leser sind, merken Sie sich doch einfach Anfang März vor und ordern Sie hier das Gratisexemplar.

http:​​/​​/​​www.​​pdl-business.​​de/​​ms/​​pdl-business-gratistest.​​html?​​bid=n

Viel Spaß beim Lesen.
Ihre Carmen P. Baake

Redakteur

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18. Februar 2014, 16:18

Kann bitte jemand Herrn Laumann die richtigen Zahlen geben?

Nachdem der neue Beauftragte der Bundesregierung für Patienten und Pflege, Herr Karl-Josef Laumann, im Januar offiziell in sein Amt eingeführt wurde, war er plötzlich weg.

Zumindest hatte es den Anschein. Tatsächlich war er in NRW unterwegs, auf Neujahrsempfängen, als Fast-Streitschlichter beim Thema Dialyse und natürlich musste er noch Posten und Mandate ablegen, um sich frei für seine neuen Aufgaben in Berlin zu machen.

Und nun? Nun ist er häufiger in den Medien präsent. Heute Abend wird er z.​B. bei Frau Maischberger erwartet.

Ich hoffe nur, dass er sich bis dahin mehr in das Thema Pflege vertieft hat als bis gestern und vor allem, dass ihm mal jemand die richtigen Zahlen gibt.

Warum? Wenn Herr Laumann

- öffentlich fordert, dass Pflegekräfte soviel verdienen sollen, wie ein guter Handwerker, im nächsten Interview jedoch sagt, er habe das ohnehin nicht zu entscheiden, weil es Sache der Tarifparteien sei und überhaupt müsse man ja erst mal eine Studie in Auftrag geben, in welchen Regionen wie viel an Pflegekräfte gezahlt werde und

- im Fernseheninterview verkündet, in NRW gebe es das Problem mit der niedrigen Bezahlung von Pflegekräften Gott sei Dank nicht in dem Maße wie anderswo, weil in NRW 80 Prozent der Pflegeeinrichtungen sowieso Caritas, Diakonie - also freigemeinnützig seien, obwohl es laut Statistischem Bundesamt nur knapp 50 Prozent sind und

- ankündigt, dass pflegende Rentner - wenn sie sich entsprechend schulen lassen -
5 - 6 Euro die Stunde bekommen könnten, die sich ja die Pflegebedürftigen auch wirklich leisten können,

dann finde ich das nassforsch und ohne große Überlegung nach vorn geprescht.

Es ist seine Entscheidung, wie er sich dieses wichtigen Themas annimmt. Wenn Herr Laumann jedoch möchte, dass er ernst genommen wird, muss er aus meiner Sicht inhaltlich vieles aufholen. Aus dem Bauch heraus lautstark fordern, wird jedenfalls nicht funktionieren.

Was haben Sie bislang für einen Eindruck von Herrn Laumann?

Viele Grüße
Carmen P. Baake

Redakteur

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04. Januar 2014, 17:52

Das können Sie in der nächsten Ausgabe lesen.

Einmal monatlich erscheint eine von mir geschriebene Ausgabe der "pdl.​business ambulant"

Dieser Newsletter richtet sich an Entscheider und Manager in ambulanten Pflegediensten und wird 14-tägig vom PPM-Verlag herausgegeben. Die Kündigung des Newsletters ist jederzeit möglich. Damit Sie sich ein Bild machen können, mit welchen Themen sich die "pdl.​business ambulant" befasst, können Sie einen 14-tägigen Gratis-Testzugang anfordern. Näheres dazu erfahren Sie hier:

http:​/​/​www.​pdl-business.​de/​ms/​pdl-business-gratistest.​html?​bid=n

"Meine" nächste Ausgabe erscheint am 08.​01.​2013 und beinhaltet u.​a. folgende Themen:

Großer Überblick - Das hat die GROKO in der Pflege vor
Die Vereinbarungen des Koalitionsvertrages im Detail und wie Sie bereits jetzt reagieren können.

Personalplanung - Eine Punktlandung gibt es nicht.
Personaldefizite / Personalüberhang und was Sie dagegen tun können.

Sachleistungen ausschöpfen und 2.​500 € pro Kunde mehr einnehmen.

Falls Sie mehr lesen wollen, einfach und ohne Kosten den Newesletter gratis testen. Kündigen können Sie danach jederzeit und ohne Begründung.

Viel Spaß beim Lesen und viele neue Erkenntnisse.

Ihre Carmen P. Baake

Redakteur

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31. Dezember 2013, 14:21

Ausblick für das Jahr 2014

Plötzlich und überraschend wie jedes Jahr ist er da, der 31. Dezember.

Zeit - zurück zu blicken, meine Unterlagen zu ordnen und die Arbeit für das kommende Jahr zu planen.

Viel ist in diesem Jahr passiert. Die Kranken- und Pflegekassen haben in diesem Jahr deutlicher denn je gezeigt, dass sie einflussreiche und rücksichtslose Nachfragekartelle sind, die nur an der Maximierung ihres Gewinns interessiert sind. Dafür versuchen sie, die Vergütungen der Leistungserbringer auf ein geradezu unerträgliches Maß zu drücken. Nur Leistungserbringer, die eine ähnlich marktbeherrschende Stellung haben, können diesem Bestreben erfolgreich etwas entgegensetzen.

Aber ein einzelner Pflegedienst …? Da lautet das Motto eher: Friss oder stirb. Häufig auch: Keiner zwingt Sie dazu, einen Pflegedienst zu betreiben.

Und die Trägerverbände? Tja, eigentlich eine gute Idee, deren positive Effekte aber verpuffen … Zu viele Trägerverbände, noch dazu in Grundsatzfragen uneinig haben dem Nachfragekartell nicht wirklich etwas entgegenzusetzen – leider. Das hat sich in diesem Jahr deutlich gezeigt. Denken Sie an die ersten Vereinbarungen über Stundensätze für ambulante Pflegesachleistungen und häusliche Betreuung und nun an die im Dezember unterzeichnete Bundesrahmenempfehlung gem. § 132a Abs. 2 SGB V.
Die Tatsache, dass die Trägerverbände diese Vereinbarungen unterschreiben und sogar noch als gelungenen Kompromiss beschönigen, ist aus meiner Sicht ein Akt der Hilflosigkeit. Oder haben Sie jüngst in der Presse kämpferische Artikel der Trägerverbände gelesen, dass mit der Bundesrahmenempfehlung zur häuslichen Krankenpflege massiv in die Rechte der gesetzlich krankenversicherten Patienten eingegriffen wird? Ich nicht. Aber genau so ist es und genauso hätte z. B. die Deutsche Krankenhausgesellschaft, der Marburger Bund oder auch die Bundesärztekammer durch die Presse getönt, wenn es um einen Vertrag für Krankenhäuser oder Ärzte ginge.

Diese offensive Öffentlichkeitsarbeit vermisse ich bei den Trägerverbänden in der Pflege. Ich habe den Eindruck, dass jeder hier sein eigenes Süppchen köchelt, und Nachfragen, die Journalisten zu den veröffentlichen Pressemitteilungen haben, leider oft mit dem Hinweis abbügelt, Details der Abschlüsse seien alle streng geheim und nur für die Verbandsmitglieder einsehbar. Das ist doch keine Öffentlichkeitsarbeit!

Sehe ich auf die vergangenen zwölf Monate zurück, fällt mir zu den Trägerverbänden in der Pflege nur ein: Vorauseilender Gehorsam, zu wenig gewollt und noch weniger bekommen.

Das ist bedauerlich und eine zusätzliche Last für die vielen fleißigen Unternehmerinnen und Unternehmer in der Pflege und ihre Mitarbeiter.

Doch genug gejammert … gerade eben ist mir meine Kristallkugel glitzern in die Hände gerollt.

Meine Kristallkugel – fast hätte ich sie vergessen - wunderschön. Das letzte Mal hatte ich sie vor genau einem Jahr in meinen Händen, um zu sehen, was 2013 auf uns zukommt. Das kann doch kein Zufall sein, dass sie mir gerade heute wieder entgegenrollt – oder?​!

„Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen“ – so lautet ein beliebtes Zitat, welches Mark Twain, Karl Valentin, Niels Bohr oder auch Winston Churchill zugeschrieben wird. In diesem Sinne bitte ich Sie, meine folgenden „Vorhersagen“ als Anregung für Ihre eigenen Gedanken zu verstehen. Nicht mehr und nicht weniger sollen sie nämlich sein.

So nun denn also, auf zu meinen Fragen an die Kristallkugel.

1. Geht es im Jahr 2014 bergauf oder bergab?

Die Kristallkugel glitzert – „Das kommt auf den Standpunkt an“, flüstert sie.

„Typisch Kristallkugel!​“, denke ich und frage weiter

2. Für wen geht es 2014 bergauf?

Erneutes Glitzern – „Für den, der Informationen zu seinem Vorteil nutzt und seine Kräfte richtig einteilt.​“

„Mmh …“, denke ich. Klar, dass ist eigentlich das, was ich auch immer sage. Ich gebe Ihnen Informationen, die Ihnen helfen, einen höheren Gewinn zu erreichen – natürlich nur, wenn Sie diese Informationen tatsächlich in der Praxis nutzen.

Aber das mit den Kräften richtig einteilen …?
Das kann eigentlich nur auf die Arbeit mit Prozessbeschreibungen und den Einsatz der richtigen Mitarbeiter für die richtigen Aufgaben hindeuten. Niemand kann zu Recht behaupten, der Einsatz von examinierten Pflegekräften in der Hauswirtschaft sei der richtige Einsatz. Nein, es muss mehr als bislang gelingen, examiniertes Pflegepersonal dort – und nur dort – einzusetzen, wo deren Einsatz zwingend erforderlich ist. Alles andere wäre betriebswirtschaftlicher Unfug, der den Pflegedienst einen Schritt näher an den wirtschaftlichen Ruin bringt.
Vielleicht hilft es, wenn wir uns angewöhnen, bei nicht examinierten Pflegekräften oder sonstigen Mitarbeitern nicht mehr von geringer qualifiziertem Personal zu sprechen. Sagen wir stattdessen doch einfach, dass diese Mitarbeiter für die ihnen übertragenen Aufgaben genau richtig qualifiziert sind.

Gut, also nächste Frage

3. Für wen geht es 2014 bergab?

Dieses Glitzern ist ja das reinste Feuerwerk – „Wer nicht weiß, wie er die Segel in diesen rauen Wettern setzen soll, zerschellt vielleicht an der nächsten Klippe. Die Großen freut’s.​“

„He, du schummelst!​“, rufe ich meiner Kristallkugel zu. „Das letzte Jahr hast du genau das schon einmal gesagt.​“

Die Kristallkugel glitzert. Ich könnte schwören, dass die Glitzerfunken eine herausgestreckte Zunge bilden.

„Na und?​“, antwortet sie verschnupft. „Ich konnte schließlich nicht wissen, dass sich kein Mensch darum schert, was im Gesetz steht.​“

Ich grinse hämisch. „Aber du bist doch eine Kristallkugel, hättest du das dann nicht sehen müssen?​“

Freudiges Feuerwerk in der Kugel. „Ja – aber leider bin ich DEINE Kristallkugel. Und – hast du das denn kommen sehen?​“

Verdammt, das saß. Und natürlich weiß ich noch genau, was die Kristallkugel im letzten Jahr mit ihrer Antwort gemeint hatte. Es ging um die Risiken der zeitabhängigen Vergütung in der ambulanten Pflege.
In vielen Bundesländern werden die Vergütungen intensiv verhandelt, aber wer nicht weiß, welche Vergütung für ihn kostendeckend ist, läuft Gefahr, zu geringe Vergütungen zu akzeptieren. Dadurch wird mit jeder Leistung ein Verlust „erwirtschaftet“.

Gerade kleinere Pflegedienste mit bis zu 50 Kunden, die in der Regel nicht über superhohe Rücklagen verfügen, um diese Verluste aufzufangen, werden im Jahresverlauf aufgeben müssen.

Die Großen freut’s, denn dadurch können sie manches Schnäppchen bei der Übernahme dieser kleinen Pflegedienste machen oder einfach deren Kunden direkt übernehmen.

Und – nicht zu vergessen – künftig wird es ambulante Dienste geben, die ausschließlich für die häusliche Betreuung zugelassen werden. Das bedeutet für Pflegedienste und Sozialstationen eine zusätzliche Konkurrenz und Druck auf die wahrscheinlich ohnehin geringe Vergütung für diese Leistung. Wohl dem, der in eigener Trägerschaft einen Dienst für die häusliche Betreuung gründen kann. Gern unterstütze ich Ihre Konzeptentwicklung in Workshops und Projekten – Rufen Sie mich einfach unter 06195 673 199 an.

Was ist denn jetzt? Meine Kristallkugel flüstert : „Bis nächstes Jahr“,​und rollt wieder in die hinterste Schubladenecke.

Na, dann … offensichtlich schmollt sie etwas – „Adieu – bis nächstes Jahr, meine Liebe. Danke für Deinen Ausblick.​“

Mir hat der Ausblick geholfen. Ich hoffe, Ihnen auch. Und wie gesagt, wenn Sie meine Unterstützung brauchen – Sie wissen, wo Sie mich finden!

Ich wünsche Ihnen einen guten Rutsch und einen erfolgreiches Jahr 2014.

Viele Grüße
Carmen P. Baake

Redakteur

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05. November 2013, 09:17

Leistungskomplexe UND Zeitvergütung

Leistungskomplexe UND Stundensatz für ambulante Pflegesachleistungen nach SGB XI

.​. funktioniert nie im Leben, weil

Der Stundensatz die zeitunabhängige Pauschalvergütung für Leistungskomplexe ad absurdum führt. und

Die zeitunabhängige Pauschalvergütung für Leistungskomplexe dafür sorgt, dass Stundensätze keine Chance haben, in der Praxis von irgendwem genutzt zu werden.

Dies zumindest die Meinung einiger Experten. Und natürlich wird eifrig diskutiert, warum das Nebeneinander von Stundensätzen und Leistungskomplexen überhaupt nicht gehen kann. Die Gründe werden akribisch zusammengetragen und die Bundesregierung in spe wird aufgefordert, doch diesen Unsinn gleich wieder aus dem Gesetz zu streichen.

Meine Meinung dazu ist:
Stundensatz und Leistungskomplexe können nebeneinander existieren, wenn

1. Die Vergütungsverhandlungen auf Basis eines Stundensatzes geführt werden, der für den Pflegedienst tatsächlich auskömmlich ist. Und zwar für den Zeitraum, für welchen verhandelt wird – also prospektiv.

2. Die durchschnittlich für die Erbringung der in den Leistungskomplexen enthaltenen Leistungen erforderliche Zeiten neu ermittelt werden. Dabei ist zum einen zu berücksichtigen, dass ein Teil der Kunden die Abrechnung nach Stundensätzen wählen wird, weil sie dadurch im Vergleich zur Abrechnung mit Leistungskomplexen Geld sparen. Zu anderen sind natürlich die tatsächlich erforderlichen Zeiten der den Leistungskomplexen bleibenden Kunden der Ermittlung der Durchschnittszeit je Leistungskomplex zugrunde zu legen.

3. Bei dieser Gelegenheit direkt der Berechnungsmodus mit Punktzahl und Punktwert aus den Vergütungsvereinbarungen getilgt wird. Diese Vergütungsvariante hat mit den nun für jeden Pflegedienst zu vereinbarenden Stundensatz endlich ausgedient!​Außerdem ist diese Berechnungsmethode für Kunden des Pflegedienstes überhaupt nicht nachvollziehbar, u.​a. deshalb, weil ein "unsichtbarer Dritter" die Punktzahl festgelegt hat.

4. Die Laufzeit der Vergütungsvereinbarungen nach § 89 SGB XI auf 12 Monate beschränkt wird, um die Wechselwirkungen zwischen Stundensatz und Leistungskomplexen regelmäßig auszuwerten und Fehlentwicklungen entgegen zu steuern.

Doch davon sind die bisher geschlossenen Vergütungsvereinbarungen weit entfernt. Es ist an Absurdität kaum zu überbieten, dass z. B. in Niedersachsen der Stundensatz gefunden wird, indem je Stunde Grundpflege 900 Punkte x Punktwert und für die häusliche Betreuung 600 Punkte x Punktwert gerechnet werden.

Und damit meine ich noch nicht einmal

- Die Tatsache, dass für die Ermittlung des Stundensatzes 60 Minuten = 900 Punkten entsprechen, bei der zeitunabhängigen Vergütung für Leistungskomplexe die Punktzahl je Leistungskomplex jedoch unverändert bleibt und auch nicht

- Die unterschiedliche Bemessung zwischen Grundpflege und häuslicher Betreuung.

Ich meine damit den Fakt, dass überhaupt jemand auf die Idee kommt, eine zeitabhängige Vergütung mit einer Punktzahl abzubilden.

Dazu fällt mir nur eines ein:

Warum einfach z.​B. Stundensatz = 35 € vereinbaren,

wenn es auch schwierig geht, nämlich z.​B. Stundensatz = 900 Punkte x 0,​0388 € = 35,​02 €?

Zumindest wünsche ich all jenen gute Nerven, welche diese Rechenmethode erklären müssen, z.​B. bei der Erläuterung des künftig obligatorischen Kostenvoranschlages.

Hinzu kommt, dass der allgemeine Punktwert, wie in den Vorjahren, lediglich um die Steigerungsrate der Grundlohnsumme erhöht wird. Dadurch wird die Vergütungsfindung über vergleichbare Leistungen – sprich Marktpreise – beibehalten und nun auch der Berechnung der zeitabhängigen Vergütung nach Stundensätzen zugrunde gelegt, obwohl mit dem PNG diese Form der Vergütungsfindung durch das Kostendeckungsprinzip ersetzt wurde. (Eine wirtschaftliche Betriebsführung natürlich vorausgesetzt.​)

Fast könnte man den Eindruck gewinnen, die verhandelnden Akteure würden die Abrechnung von grundpflegerischen Leistungen über die Zeitvergütung bewusst blockieren wollen. Vielleicht, um zu einem späteren Zeitpunkt sagen zu können: "Seht her, wir haben euch doch gleich gesagt, dass ein Nebeneinander von Leistungskomplexen und Zeitvergütung nicht funktioniert.​"

So etwas würde ich nicht nur selbsterfüllende Prophezeihung nennen, sondern Vorsatz.

Das ist natürlich nur meine persönliche Meinung.

Welche Meinung haben Sie dazu?

Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

Ihre Carmen P. Baake

Redakteur

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19. März 2013, 17:00

Warum gibt es in der ambulanten Pflege Punktwert und Punktzahl?

Zu den Vergütungen ambulanter Pflegedienste heißt es im eLearning-Programm der Bundeszentrale für politische Bildung unter anderem:

„Nach einer Anlaufphase, in der zunächst Erfahrungen mit den unterschiedlichen Vergütungssystematiken gesammelt wurden, hat sich mittlerweile das Leistungskomplexsystem als Vergütungsform in der ambulanten Pflege weitgehend durchgesetzt.

Etwa 80 Prozent der Pflegedienste rechnen nach diesem System ab (Deutscher Bundestag 2001: S. 38). Bei Leistungskomplexen werden pflegerische Verrichtungen, die typischerweise zusammenfallen, zu Leistungspaketen zusammengefasst und pauschal vergütet. Dabei ist für die Vergütungshöhe der durchschnittliche Zeitaufwand eine maßgebliche Größe. Üblicherweise werden ähnlich wie in der vertragsärztlichen Gebührenordnung die Leistungen beziehungsweise Leistungskomplexe mit einer Punktzahl und einem Punktwert versehen, aus deren Multiplikation sich der Geldwert ergibt.​“

Das kann ich auch bestätigen. Allerdings frage ich mich, warum es in der ambulanten Pflege für die Leistungskomplexe überhaupt Punktzahlen und einen Punktwert gibt.

In der als Beispiel aufgeführten vertragsärztlichen Versorgung wird die Vergütung nicht mit jedem Vertragsarzt einzeln ausgehandelt. Es wird vielmehr ein prospektives Budget mit der Kassenärztlichen Vereinigung auf Landesebene ausgehandelt. Diese verteilt das Budget dann auf die ihr angeschlossenen Vertragsärzte entsprechend der Anzahl der Punkte, die jeder Vertragsarzt abrechnet bzw. gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung gemeldet hat. Es gibt also einen begrenztes Budget, das durch die Anzahl der abgerechneten Punkte geteilt wird. Daraus leitet sich der Punktwert ab. (Das natürlich nur ganz grob skizziert, da die tatsächlichen Honorarverteilungsmaßstäbe sehr komplex sind.​) Je mehr Leistungen durch Vertragsärzte erbracht und abgerechnet werden, umso geringer fällt der Punktwert aus – Stichwort: floatender Punktwert. Die Festlegung von Punktzahlen und eines Punktwertes sind demzufolge für die Honorarverteilung in der vertragsärztlichen Versorgung sinnvoll und momentan alternativlos.

Warum aber werden in der ambulanten Pflege für einzelne Leistungskomplexe Punktzahlen festgelegt und Punktwerte verhandelt?

Gegen die Zusammenfassung von pflegerischen Leistungen in einem Leistungskomplex spricht grundsätzlich nichts. Auch nicht gegen die Vereinbarung der Zeit, die für die Erbringung der im Leistungskomplex enthaltenen Leistungen im Mittel erforderlich ist.

Warum wendet man dann nicht einfach den Stundensatz, der seit dem 01.​01.​2013 zu vereinbaren ist, auf die Leistungskomplexe an? Beträgt der Stundensatz zum Beispiel 36 €, würde ein Leistungskomplex, der im Mittel in 20 Minuten erbracht wird, 12 € kosten.


Der Zwischenschritt, den Leistungskomplex zunächst mit einer Punktzahl zu bemessen – im Beispiel 200 – und danach einen Punktwert zu vereinbaren, um dann zu einen Preis zu gelangen erscheint mir überflüssig.

Und nicht nur das.
Seit dem 01.​01.​2013 sollen Pflegebedürftige zwischen einer zeitabhängigen Vergütung nach Stundensätzen und einer zeitunabhängigen Vergütung nach Leistungskomplexen wählen können. Zu erwarten ist nun, dass Pflegebedürftige, bei denen die Leistungserbringung im o.​g. Beispiel kürzer dauert als 20 Minuten, sich eher für die Abrechnung nach Stundensätzen entscheiden werden. Die im Mittel für die Erbringung der in diesem Leistungskomplex enthaltenen Leistungen erforderliche Zeit wird darum wahrscheinlich steigen. Das heißt, der Bemessung der für diesen Leistungskomplex abrechenbaren zeitunabhängigen Vergütung müsste ein erhöhter Minutenwert zugrunde gelegt werden.

So ist es aber im Moment nicht. Verhandelt werden Stundensätze und Punktwerte. Die Punktzahlen bleiben hingegen nach meinem Kenntnisstand bestehen. Der zuvor beschriebene höhere Zeitaufwand für die Erbringung der Leistungskomplexe muss darum über den Punktwert ausgeglichen werden, wenn der Pflegedienst kein Defizit erwirtschaften will. Dadurch wird der Punktwert jedoch vom Stundensatz entkoppelt und zwar in einem Maße, das jegliche Nachvollziehbarkeit der Punktwertermittlung konterkariert.

Da die zeitabhängige Vergütung nach Stundensätzen erst ab 01.​01.​2013 verbindlich vorgeschrieben ist, konkretisiere ich meine im Betreff genannte Fragestellung wie folgt:

Warum gibt es Punktwerte und Punktzahl in der ambulanten Pflege immer noch?

Ich habe gestern bei der Bundeszentrale für politische Bildung nachgefragt - mal sehen wann eine Antwort kommt und wie diese lautet.

Vielleicht können Sie mir aber auch helfen und mir mitteilen, warum in der ambulanten Pflege Punktzahlen und Punktwerte vereinbart werden bzw. welche Überlegungen seit 1995 dazu geführt haben, das so zu tun.

Ich bin gespannt.

Viele Grüße
Carmen P. Baake

PS.​: Unabhängig von der Frage ob ein Punktwert sinnvoll ist oder nicht - Mein Erfassungs- und Kalkulationstool zur PNG-gerechten Entgeltkalkulation wirft als Ergebnis natürlich auch einen Punktwert aus ;​o)

Redakteur

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21. Februar 2013, 10:38

Lang Ist's her ...

… das ich meinen letzten BLOG-Beitrag geschrieben habe.

Ich war aber in der Zwischenzeit sehr fleißig. Meine jüngsten „Kinder“ können in der Rubrik E-Books käuflich erworben werden.

Im Zusammenhang mit der aktuellen Ratgeberreihe „Geht es dir wieder besser? – Wenn Eltern alt werden.​“ ermittle ich momentan wieder die aktuellen Satzungsleistungen der gesetzlichen Krankenkassen zu Haushaltshilfe und häuslicher Krankenpflege.

Eigentlich müsste meine Arbeit leichter werden. Waren es 2011 noch über 150 gesetzliche Krankenkassen, sind es nun „nur“ noch 134.
Davon hüten jedoch einige ihre Satzungsleistungen zu Haushaltshilfe und häuslicher Krankenpflege wie die USA ihre Goldreserven in Fort Knox.

Die BKK der Deutschen Bank hat mir sogar mitteilen lassen, man würde doch so jemandem wie mir nicht sagen, welche Satzungsleistungen die BKK habe – das natürlich nur telefonisch, man will ja nicht zitierbar sein. Die Satzungsleistungen gingen nur die BKK und deren Versicherte etwas an. Da macht es natürlich Sinn, dass keine Satzung im Internet einsehbar ist, in der Versicherte mal nachsehen könnten. Und es macht auch Sinn, die Haushaltshilfe und die häusliche Krankenpflege auf den Internetseiten dieser BKK so zu beschreiben, dass Senioren gar nicht auf die Idee kommen, für sie gäbe es da irgendwelche Satzungsleistungen.

Aber immerhin hat diese BKK eine Beschreibung für häusliche Krankenpflege und Haushaltshilfe auf ihren Internetseiten. Bei einigen anderen fehlen diese Leistungen nämlich komplett. Da gibt es zwar die Rubrik „Leistungen von A – Z“, sucht man aber häusliche Krankenpflege und Haushaltshilfe – Fehlanzeige, nix, nada.

Bei anderen fehlt wiederum nur die häusliche Krankenpflege oder es wird darauf hingewiesen, dass die Kosten dafür nur übernommen werden, wenn dadurch ein Krankenhausaufenthalt vermieden oder verkürzt wird.

Andere nutzen die Gelegenheit und schließen sozusagen prophylaktisch gleich mal die Kostenübernahme für Haushaltshilfe aus,

- wenn das im Haushalt lebende Kind älter als 6 Jahre ist oder

- der/​die Erkrankte in Vollzeit beschäftigt ist – was ja zum Beispiel bedeuten würde, dass Alleinerziehende, die ihren Lebensunterhalt in Vollzeit verdienen müssen, nie Haushaltshilfe bekommen können.

oder teilen mit, dass die Kosten für Haushaltshilfe nur bei stationärer Krankenhaus- oder Rehabilitationsbehandlung der haushaltsführenden Person übernommen werden.

Das wirft bei mir einige Fragen auf – Bei Ihnen auch?

Klar, dass die Krankenkassen ihre in der Satzung geregelten „Mehrleistungen“ ob per Internet oder nicht so vermarkten können, wie sie wollen. Aber sollten Krankenkassen nicht wenigstens dazu verpflichtet sein, die Leistungen auf die ihre Versicherten einen gesetzlichen Anspruch haben, korrekt darzustellen?

Was meinen Sie dazu?

Ihre Carmen P. Baake

Redakteur

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31. Dezember 2012, 10:57

Ausblick für 2013

Letzter Tag im Jahr und Zeit, die Arbeit für das neue Jahr 2013 zu planen und mein Büro ein wenig aufzuräumen.

Wohin ich blicke oder welchen Radiosender ich einschalte, überall höre, lese und sehe ich „Jahresrückblick 2012“, „So war das Jahr 2012“ und so weiter.

Sollte also auch ich einen Jahresrückblick schreiben? Wozu? Um in Erinnerungen an Vergangenes zu schwelgen? Um Sie an Themen zu erinnern, die in diesem Jahr von Bedeutung waren? Und sind die Themen, an die ich mich erinnere auch die, an die Sie sich erinnern sollten?
Da muss ich mal überlegen.

Was ist denn das hier in der hintersten Schubladenecke? Es rollt mir entgegen und glitzert.

Meine Kristallkugel – fast hätte ich sie vergessen - wunderschön. Das letzte Mal hatte ich sie vor genau einem Jahr in meinen Händen, um zu sehen, wohin die Reise 2012 geht. Das kann doch kein Zufall sein, dass sie mir gerade heute wieder entgegenrollt – oder?​!

Also lasse ich Vergangenes vergangen sein und sehe mal nach, was im Jahr 2013 so alles auf mich und vielleicht auch auf Sie zukommen wird.

„Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen“ – so lautet ein beliebtes Zitat, welches Mark Twain, Karl Valentin, Niels Bohr oder auch Winston Churchill zugeschrieben wird.

In diesem Sinne bitte ich Sie, meine folgenden „Vorhersagen“ als Anregung für Ihre eigenen Gedanken zu verstehen. Nicht mehr und nicht weniger sollen sie nämlich sein.

So nun denn also, auf zu meinen Fragen an die Kristallkugel.

1. Bleibt alles, wie es 2012 war?

Die Kristallkugel glitzert – „Ja und Nein“ antwortet sie
„Typisch Kristallkugel“ denke ich und frage weiter.

2. Was bleibt so, wie es 2012 war?

Erneutes Glitzern – „Informationen nutzen nur denen, die sie haben, wenn diejenigen die Informationen nutzen.​“

„Ah ja“ denke ich. Klar, dass ist eigentlich das, was ich auch immer sage. Meine Fortbildungen und Dienstleistungen versorgen Sie mit den Informationen, die Ihnen helfen, Ihren Verwaltungsaufwand zu reduzieren und Ihr Unternehmen optimal zu organisieren und zu steuern. Aber nur, wenn Sie diese Informationen bei Ihrer täglichen Arbeit anwenden, werden Sie tatsächlich höhere Einnahmen erzielen. Ich meine, es macht doch einen Unterschied, ob Sie Fristen einhalten oder ob Sie Fristen für sich arbeiten lassen. Finden Sie nicht? – Gut, also nächste Frage

3. Was wird sich 2013 ändern?
Dieses Glitzern ist ja das reinste Feuerwerk – „Wer nicht weiß, wie er die Segel in diesen rauen Wettern setzen soll, zerschellt vielleicht an der nächsten Klippe. Die Großen freut’s.​“

Lassen Sie mich mal überlegen „Was könnte die Kristallkugel gemeint haben?​“
Also – ab dem 01.​01.​2013 sind Pflegedienste und Sozialstationen verpflichtet, Ihren Kunden zeitunabhängige Vergütungen für Komplexleistungen und zeitabhängige Vergütungen nach Stundensätzen zur Wahl zu stellen. Dazu kommt die neue Leistung der häuslichen Betreuung.

Momentan werden die Vergütungen intensiv verhandelt, aber wer nicht weiß, welche Vergütung für ihn kostendeckend ist, läuft Gefahr, zu geringe Vergütungen zu akzeptieren. Dadurch wird mit jeder Leistung ein Verlust „erwirtschaftet“. Gerade kleinere Pflegedienste mit bis zu 50 Kunden, die in der Regel nicht über superhohe Rücklagen verfügen, um diese Verluste aufzufangen, werden im Jahresverlauf aufgeben müssen.

Die Großen freut’s, denn dadurch können sie manches Schnäppchen bei der Übernahme dieser kleinen Pflegedienste machen oder einfach deren Kunden direkt übernehmen.

Und – nicht zu vergessen – ab dem neuen Jahr können auch ambulante Dienste ausschließlich für die häusliche Betreuung zugelassen werden.

Das bedeutet für Pflegedienste und Sozialstationen eine zusätzliche Konkurrenz und Druck auf die wahrscheinlich ohnehin geringe Vergütung für diese Leistung. Wohl dem, der in eigener Trägerschaft einen Dienst für die häusliche Betreuung gründen kann. Gern unterstütze ich Ihre Konzeptentwicklung in Workshops und Projekten – Rufen Sie mich einfach unter 06195 673 199 an.

Moment, da war doch noch eine Frage – sie liegt mir auf der Zunge – Ja, genau

„Was ist 2013 mit den zusätzlichen Leistungen – bringen die für Pflegedienste nicht ein dickes Gewinnplus?​“

Rauch füllt die Kristallkugel, ich kann nichts erkennen.
Dann – kaum hörbar – „Bei kostendeckender Vergütung ein Plus – Bei zu niedriger Vergütung ein Minus“

Mmh, mal kurz überlegt „Klar“ denke ich. Jede zusätzliche Leistung erfordert zusätzlichen Aufwand. Wenn die Vergütung stimmt, können Pflegedienste und Sozialstationen diesen Aufwand refinanzieren und stehen am Ende mit einem Plus da. Ist die Vergütung zu gering, weil vorher nicht sauber kalkuliert wurde, bedeutet jede erbrachte Leistung einen Verlust.

Kalkulation ist also für 2013 das A und O.

Was ist denn jetzt? Meine Kristallkugel flüstert „Bis nächstes Jahr.​“ Und rollt wieder in die hinterste Schubladenecke. Na, dann – „Adieu – bis nächstes Jahr, meine Liebe. Danke für Deinen Ausblick.​“

Mir hat der Ausblick geholfen. Ich hoffe, Ihnen auch. Und wie gesagt, wenn Sie meine Unterstützung brauchen – Sie wissen, wo Sie mich finden!

Ich wünsche Ihnen einen guten Rutsch und einen erfolgreichen Start in das neue Jahr 2013.

Viele Grüße
Carmen P. Baake

Redakteur

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03. Dezember 2012, 12:39

PNG-gerechte Entgeltkalkulation in der ambulanten Pflege

Nun ist das eingetreten, was ich vor geraumer Zeit angekündigt habe, die Landesverbände der Pflegekassen haben damit begonnen, den Pflegediensten schriftliche Vergütungsangebote zu zusenden.

Prüfen Sie bitte genau bevor Sie irgendetwas unterschreiben oder akzeptieren, ob mit diesem Vergütungsangebot kein Defizit für Ihren Pflegedienst verbunden ist.

Ich kann Ihnen das jedenfalls nur dringend ans Herz legen, denn mit der Möglichkeit für Ihre Kunden ab dem 01.​01.​2013 Stundensätze zu wählen sind für Ihren Pflegedienst enorme Risiken verbunden. Näheres dazu können Sie auch im nebenstehenden Podcast-Beitrag hören.

Denken Sie nicht: „Warum soll ich das Angebot prüfen? Das macht mein Trägerverband“

Woher soll Ihr Trägerverband wissen, welche Vergütung es Ihrem Pflegedienst ermöglicht , kostendeckend SGB XI – Leistungen zu erbringen. Und woher sollen Sie wissen, ob die Vergütung, die Ihr Trägerverband aushandelt, die Kosten Ihres Pflegedienstes refinanziert, wenn Sie selbst zuvor nicht kalkuliert haben?

Inzwischen sind bereits einige Kalkulationstabellen, - module, -tools und – instrumente auf dem Markt und werden teilweise von den Trägerverbänden ihren Mitgliedern kostenlos zur Verfügung gestellt.

Allerdings ist die Qualität dieser Kalkulationsinstrumente in Abhängigkeit u.​a. der Detailierungstiefe und der verwendeten Rechenmethoden sicher sehr unterschiedlich.

Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, sich noch einmal zu vergegenwärtigen, was in der Vergütungsvereinbarung vereinbart wird.

Vereinbart werden
der Stundensatz, ein Punktwert und ggf. Pauschalen für Hausbesuche u.​ä. Leistungen.

Kalkulationsinstrumente, die ausschließlich einen Stundensatz als Ergebnis haben, sind darum als Verhandlungsgrundlage nicht ausreichend.

Kalkulationsinstrumente, die einen Stundensatz als Ergebnis auswerfen und auf dieser Basis sowie auf Basis der neu zu ermittelnden durchschnittlichen Zeiten für die Erbringung der in den Leistungskomplexen enthaltenen Leistungen pro Leistungskomplex einen Preis berechnet, sind ebenfalls nicht ausreichend, weil in der Vergütungsvereinbarung nicht der Preis je Leistungskomplex vereinbart wird, sondern der Punktwert.

Lassen Sie sich in diesem Fall nicht durch eventuelle Aussagen in die Irre führen, man könne den Punktwert ja ganz einfach dadurch ermitteln, dass man den Preis je Leistungskomplex durch die Zahl der für diesen Leistungskomplex abrechenbaren Punkte teilt. Im Ergebnis hätten Sie nämlich nicht nur einen Punktwert für alle Leistungskomplexe sondern einen Punktwert für jeden Leistungskomplex. Vereinbart wird aber nur ein Punktwert.

Auch die Berechnung dieses Punktwertes als einfachen Durchschnitt der für die Leistungskomplexe ermittelten Punktwerte ist nicht korrekt und kann für Ihren Pflegedienst Einnahmedefizite bedeuten.

Und natürlich sollten Sie kein Kalkulationsinstrument verwenden, welches den Stundensatz auf der Basis der Netto-Arbeitszeit berechnet aber dieser Fehler in der Vergütungskalkulation ist schon so lange bekannt, dass er inzwischen hoffentlich aus allen Kalkulationsinstrumenten getilgt ist.

Gute Kalkulationsinstrumente, wie zum Beispiel das, was Sie ab dem 06.​12.​2012 hier unter Pflegedienste - PNG-Entgeltkalkulation bestellen können

haben diese Fehler nicht und
nehmen Ihnen durch den Einsatz von Formeln die Rechenarbeit ab.

Letzteres ist besonders dann von Vorteil, wenn Sie Ihre Eingaben korrigieren müssen, da die Rechenergebnisse dann automatisch und unmittelbar nach Eingabe der korrigierten Daten angepasst werden.

Unabhängig davon, wie gut das Kalkulationsinstrument ist – die Ergebnisse können nur so gut und plausibel sein, wie die Daten, die Sie erfassen. Es lohnt sich also, sich ausreichend Zeit für die saubere Recherche und Erfassung der erforderlichen Angaben zu nehmen.

Für Fragen stehe ich Ihnen natürlich gern zur Verfügung. Rufen Sie mich einfach unter 06195 673 199 an oder senden mir eine E-Mail an private-pflegedienstberatung­-baake@arcor.​de.

Viele Grüße
Ihre Carmen P. Baake

Redakteur

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29. Oktober 2012, 14:03

PNG verkündet

Das Pflege-Neuausrichtungsgesetz wurde heute mit der Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt verkündet.

Es tritt somit am morgigen 30.​10.​2012 in Kraft.

Ich wünsche uns allen gutes Gelingen bei der Umsetzung.

Viele Grüße
Carmen P. Baake

Redakteur

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Strategieentwicklung_fuer_Pflegedienste_und_Sozialstationen

Do 01 Okt 2015 17:22:20 CEST
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Passend zu meinem BLOG-Beitrag vom 30.09.2015 hier nun der Podcast-Beitrag zum Thema: Strategieentwicklung für Pflegedienste und Sozialstationen. Wann, wenn nicht jetzt? Sollten Sie nach dem Hören immer noch der Meinung sein, Ihr Pflegedienst oder Ihre Sozialstation braucht keine Unternehmensstrategie, gibt es nur zwei Möglichkeiten. 1. Ihr Unternehmen hat bereits eine Strategie, welche die in diesem Beitrag beschriebenen Risiken und Chancen berücksichtigt. 2. Ihr Unternehmen braucht keine Unternehmensstrategie (mehr), weil es in den nächsten 10 Jahren vom Markt geht. Ich weiß, dass ich mir mit diesem radikalen Ansatz nicht nur Freunde machen werde. Für Pflegedienste und Sozialstationen, die auch im Jahr 2025 noch sehr gut am Markt positioniert sein wollen, führt jedoch nach meiner Überzeugung kein Weg an der Entwicklung einer Unternehmensstrategie vorbei.

Pflegekassen fordern volle Kontrolle über den Pflege-TÜV und Offenlegung der Kalkulationsgrundlagen

Fr 13 Feb 2015 11:03:39 CET
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Eben erst ist das 1. Pflegestärkungsgesetz in Kraft getreten - und schon wird heiß über den Inhalt des 2. Pflegestärkungsgesetzes diskutiert. Doch nicht der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff steht im Zentrum der Diskussion, sondern der Pflege-TÜV und die faire Bezahlung der Pflegekräfte. Zwei Forderungen der Spitzenverbände gesetzlicher Kranken- und Pflegekassen lassen mir dabei buchstäblich die Haare zu Berge stehen. In diesem Beitrag erfahren Sie, was ich davon halte. Die Spitzenverbände der Kranken- und Pflegekassen fordern nämlich die alleinige Entscheidungskompetenz für den Pflege-TÜV und die Offenlegung jeglicher Kalkulationsgrundlagen der Pflegeeinrichtungen sowie Nachweise wie diese ihre Einnahmen verwenden. Soll das wirklich die Zukunft der Pflege sein? Um Missverständnisse zu vermeiden: Auch ich bin für eine faire Bezahlung der Pflegekräfte und halte den Pflege-TÜV für untauglich, die Forderungen der Spitzenverbände verschlimmern jedoch die gegenwärtige Situation.