04. Dezember 2015, 09:53

Machen Sie das Jahr 2016 zum Strategie-Jahr!

Die ambulante Pflege wird sich ab dem Jahr 2017 in einem Ausmaß ändern, das mit dem zu Beginn der Pflegeversicherung im Jahr 1995 vergleichbar ist. Damit gehen Chancen und Risiken für Ihren Pflegedienst einher.

Um die Chancen strategisch bestmöglich zu nutzen, planen Sie für das kommende Jahr 2016 mindestens diese 10 Aufgaben ein:

• sich zu den geänderten Leistungen, zum Besitzstandsschutz und zum neuen Begutachtungsassessment (NBA) schlau machen – zu den Leistungsänderungen bitte nicht nur die des PSG II, sondern auch die des Krankenhausstrukturgesetzes und des Hospiz- und Palliativgesetzes (Lesen Sie dazu auch das eBook „Die große Pflegereform 2016 / 2017),
• Pflegefachkräfte fort- und weiterbilden, vor allem zu den Themen NBA, Verkauf in der Pflege, entbürokratisierte Pflegedokumentation (SIS) und Palliativ Care,
• Zusammenarbeit mit einem ambulanten Hospizdienst vereinbaren sowie mit einem Palliativ Care-Team,
• Pflegedokumentation möglichst auf SIS umstellen,
• zusätzliche Pflegefachkräfte einstellen und/​oder die Arbeitszeiten von Teilzeitmitarbeitern erhöhen,
• Alle Pflegekunden zur Höherstufung und erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz beraten und ggf. bei Antrag und der Begutachtung unterstützen,
• Kunden zu den Leistungen der Pflegeversicherung beraten, die diese bislang nicht bekommen,
• Kostendeckenden Vergütungssatz nach Zeit für die sogenannten Entlastungsleistungen nach § 45b SGB XI in der ab dem 1. Januar 2017 geltenden Fassung verhandeln,
• Vergütung für Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung nach § 37 Abs. 1a SGB V sowie für erweiterte Haushaltshilfe nach § 38 SGB V vereinbaren und
• Ein nach Landesrecht anerkanntes niedrigschwelliges Betreuungs- und Entlastungsangebot als zusätzliches Standbein aufbauen.

So schaffen Sie die Grundlage dafür, dass Ihre Kunden optimal vom Besitzstandsschutz profitieren und im Jahr 2017 mehr Geld für Leistungen Ihres Pflegedienstes ausgeben können. Zudem hat Ihr Pflegedienst so ausreichend personelle Ressourcen, um den zusätzlichen Versorgungsbedarf zu decken.

Besser als 2017 wird es für Ihren Pflegedienst nicht!

Das meine ich wortwörtlich. Ab 2017 greift das NBA bei denjenigen, die erst ab dem 1. Januar 2017 Leistungen der Pflegeversicherung beantragen. Noch ist ungewiss, wie sich das NBA konkret auswirken wird. In der Studie zu den Versorgungsaufwänden in der stationären Pflege (EViS), die im April 2015 veröffentlicht wurde, zeigten sich z. B. diese Ergebnisse:

Von den in die Studie einbezogenen Pflegeheimbewohnern ohne erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz hätten bei einer Begutachtung mit dem NBA

12 % der Bewohner mit Pflegestufe I keinen Pflegegrad erreicht
26 % der bisher in Pflegestufe I eingestuften Bewohner nur noch Pflegegrad 1 erreicht
1 % der Bewohner mit Pflegestufe II keinen Pflegegrad erreicht
8 % der Bewohner mit Pflegestufe II nur noch Pflegegrad 1 erreicht und
41 % der bisher in Pflegestufe II eingestuften Bewohner nur noch Pflegegrad 2

Selbst Bewohner mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz erreichten zum Teil mit dem NBA schlechtere Einstufungsergebnisse als mit dem jetzigen Begutachtungsverfahren. So würden 15 % der Bewohner mit Pflegestufe 1 geringere oder keine Leistungen der Pflegeversicherung erhalten, 17 % der Bewohner mit Pflegestufe II und sogar 7 % der Bewohner mit Pflegestufe III. Wie geschrieben, obwohl bei diesen Bewohnern zusätzlich eine erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz vorlag.

Die Effekte des NBA werden wahrscheinlich ab 2017 für Ihren Pflegedienst zunehmend zur Herausforderung werden. Hinzu kommt, dass mit den nach Landesrecht anerkannten niedrigschwelligen Betreuungs- und Entlastungsangeboten die Zahl Ihrer Konkurrenten um den Topf der Pflegesachleistung nach § 36 SGB XI in die Höhe schnellen wird.

Nur mit einer langfristigen Unternehmensstrategie wird Ihr Pflegedienst die Chancen nutzen können, die sich trotz der negativen Vorzeichen auch aus den zuvor genannten Entwicklungen ergeben.

Verwenden Sie darum das kommende Jahr 2016 und das umsatzstarke „goldene“ Jahr 2017 dafür, Ihren Pflegedienst strategisch für die Herausforderungen fit zu machen, die in den kommenden 5 Jahren auf Sie zukommen. So können Sie aus diesen Herausforderungen Chancen für Ihren wirtschaftlichen Erfolg machen!

Ich unterstütze Sie dabei gern.

Herzliche Grüße
Ihre Carmen P. Baake

Redakteur

Kommentare (0)

Kommentieren


30. September 2015, 14:43

Unternehmensstrategie entwickeln! Wann, wenn nicht jetzt?

Das Erste Pflegestärkungsgesetz hat den Markt der ambulanten Pflege für zusätzliche Leistungsanbieter geöffnet. Und das in einem Umfang, der für Pflegedienste und Sozialstationen in den kommenden 5 bis 10 Jahren zu einer ernsten wirtschaftlichen Bedrohung werden kann.

Wann also, wenn nicht jetzt, sollten Sie sich über die Unternehmensstrategie Ihres Pflegedienstes oder Ihrer Sozialstation Gedanken machen?

Dass ich als Unternehmensberaterin für Pflegedienste und Sozialstationen diese Notwendigkeit sehe, ist naheliegend. Wichtig ist aber, dass Sie diese Notwendigkeit erkennen und bereit sind, eine Unternehmensstrategie zu entwickeln. Eine Patentlösung, die bei allen Pflegediensten und Sozialstationen gleichermaßen zum Erfolg führt, gibt es nämlich nicht.

Die folgenden 3 Fragen helfen Ihnen dabei, Ihre Bereitschaft zu hinterfragen:

Frage 1: Besteht Ihr Pflegedienst im Jahr 2025 immer noch?

Frage 2: Welche Tätigkeitsbereiche hat Ihr Pflegedienst dann?

Frage 3: Erzielen Sie im Jahr 2025 einen höheren Gewinn als Ihre Mitbewerber?

Diese Fragen hören sich einfach an. Mich würde es aber wundern, wenn Sie trotz fehlender Unternehmensstrategie alle Fragen eindeutig und ohne Wenn und Aber beantworten können.

Für die zielgerichtete langfristige Unternehmensplanung brauchen Sie aber eindeutige Antworten.

Mit meinem Impulsvortrag

„Ihre Zukunft beginnt jetzt!
Strategieentwicklung für Pflegedienste und Sozialstationen.​“

erhalten Sie wertvolle Denkstöße und sehen Ihre Unternehmensentwicklung aus einer neuen Perspektive. Ich lade Sie ein, mit mir in den „Strategie-Hubschrauber“ zu steigen und Entwicklungsrisiken und –chancen für Ihren Pflegedienst oder Ihre Sozialstation zu entdecken.

Der Impulsvortrag dauert ca. 90 Minuten. Die Kosten und mögliche Termine können Sie gern bei mir erfragen. Nutzen Sie dafür einfach das Kontaktformular.

Herzliche Grüße
Ihre
Carmen P. Baake

Redakteur

Kommentare (0)

Kommentieren